Anwendungsfelder

In Deutschland hat Mediation vor mehr als 20 Jahren mit der Trennungs- und Scheidungsmediation begonnen. Inzwischen ist eine zunehmende Vielfalt der Anwendungsfelder zu beobachten, die zu folgender Aufteilung geführt hat:

 

Familienmediation in Fällen von Trennung und Scheidung (Trennungs- und Scheidungsmediation), Erbschaft (vorwegnehmend zu Lebzeiten des Erblassers oder auch im Erbfall unter den Erben) sowie Mediation in anderen familiären Auseinandersetzungen


Nachbarschaftsmediation in Fällen von Konflikten unter Nachbarn; Stadtteil- oder Gemeinwesenmediation in Fällen von Konflikten in einem Stadtteil oder einem anderen räumlich begrenzten Gefüge mit einer eigenen Identität

Schulmediation beispielsweise zwischen Schülern, Schülern und Lehrkräften oder Lehrern und Eltern.


Wirtschaftsmediation im inner- als auch im zwischenbetrieblichen Bereich


Mediation im öffentlichen Bereich bereits im Planungsstadium von Bauvorhaben, etwa bei energie- abfall- oder verkehrspolitischen Projekten


Täter-Opfer-Ausgleich mit dem Ziel eines Konfliktausgleichs, Vergleichs oder einer Schadenswiedergutmachung.

 

 

 

 

FAMILIENMEDIATION

Die Familienmediation ist im Zusammenhang mit Sorgerechts- und Besuchsrechtsstreitigkeiten entwickelt worden und wird seitdem erfolgreich in Trennungs- und Scheidungsprozessen eingesetzt.

Familienmediation betrifft in erster Linie die Regelung der Folgen von Trennung und Scheidung.

Zu ihren inhaltlichen Anwendungsfeldern gehören:

• Umgangs- und Sorgerechtsregelungen

• Regelung von Unterhaltsfragen

• Aufteilung des gemeinsamen Vermögens und der Alterssicherung

• Regelung der Verhältnisse an der Ehewohnung

• Aufteilung des Hausrats

• Lösung der Trennungskonflikte nicht verheirateter Paare

 

 

ERBMEDIATION

In fast 90 % aller Erbfälle hat der Erblasser seine Nachfolge weder durch Testament noch durch Erbvertrag geregelt. Folge ist oft heftiger Streit unter den Erben mit großer emotionaler Betroffenheit. Ein anschließendes Gerichtsverfahren vertieft den Unfrieden in der Erbengemeinschaft.

Erbmediation zeigt als alternative Form der Streitbeilegung neue kreative und einvernehmliche Wege, zu einer interessengerechten Lösung für alle Beteiligten zu gelangen. Dies kann im Zuge der vorweggenommenen Erbfolge geschehen, bei der der Erblasser mit Unterstützung eines Mediators und unter Einbeziehung aller Erben und Vermächtnisnehmer ein von allen getragenes Konzept erarbeitet und damit langwierige Erbstreitigkeiten vermeidet.

Aber auch wenn der Erbfall schon eingetreten ist, können Erbengemeinschaften mit den Mitteln der Erbmediation ein individuell auf sie zugeschnittenes Konzept erarbeiten, in dem alle Interessen gleichermaßen Berücksichtigung finden. Zunehmend wird Mediation auch zur Regelung von familiären Konflikten bei Unternehmensnachfolgen eingesetzt.

 

 

WIRTSCHAFTSMEDIATION

Im Wirtschaftsleben gewinnt die Mediation zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Unternehmen nutzen die Mediation als kostengünstiges und effizientes Instrument zur Konfliktbearbeitung. Forschungsergebnissen zufolge haben Mediationen eine Erfolgsquote zwischen 70 - 90%, d.h. sie erbringen einen großen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Aus diesem Grunde bauen auch immer mehr Firmen Mediation als festen Bestandteil in ihr Konfliktregelungssystem ein.

Die Anwendungsbereiche der Wirtschaftsmediation betreffen sowohl den innerbetrieblichen Bereich als auch Konflikte zwischen Unternehmen und mit Dritten:

• Konflikte am Arbeitsplatz, Teamkonflikte, Mobbing

• Umstrukturierungskonflikte

• Mitbestimmungskonflikte

• Tarifkonflikte

• Konflikte auf Managementebene

• Gesellschafterkonflikte

• Konflikte in Familienunternehmen, Unternehmensnachfolge

• Konflikte zwischen Geschäftspartnern und Konkurrenzfirmen

• Fusionen und Firmenübergänge

• Störungen in Kunden-/Lieferantenbeziehungen

• Wettbewerbsstreitigkeiten

 

 

SCHULMEDIATION

Schulmediation ist eine pädagogische Methode zur Konfliktregelung und zur Gewaltprävention zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern. Am verbreitetsten ist das Modell der Peer-Mediation, die Mediation durch Schülerinnen und Schüler, die an einem Training zum "Streitschlichter" oder "Konfliktlotsen" teilgenommen haben und die die Konfliktparteien bei der Regelung und Lösung ihrer Auseinandersetzungen tatkräftig unterstützen.

Ziel der Schulmediation ist es:

• das soziale Klima an der Schule zu verbessern,

• Teil der Gewaltprävention an Schulen zu sein,

• die Lehrkräfte von Alltagskonflikten der Schüler zu entlasten,

• Schülern durch Ausbildung zu Konfliktlotsen soziale Kompetenzen zu vermitteln,

• Toleranz und Konfliktfähigkeit zu fördern.

 

 

MEDIATION IM ÖFFENTLICHEN BEREICH

Das Einsatzgebiet der Mediation im öffentlichen Bereich erfasst Auseinandersetzungen im Planungs-, Umwelt- und Bauwesen, etwa bei energie-, abfall- oder verkehrspolitischen Vorhaben. Die Streitfälle sind gekennzeichnet durch die Beteiligung einer Vielzahl von Parteien mit unterschiedlichen Interessen und die Komplexität der Konfliktthemen und Konfliktgegenstände. Mediationen im öffentlichen Bereich finden häufig im Vorfeld von gesetzlich vorgeschriebenen Planungs- und Genehmigungsverfahren statt.

Anwendungsbereiche können sein:

• Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung

• Umweltverträglichkeitsprüfungen

• Raumordnungsverfahren

• Bauleitplanung

• Industriean- und -umsiedlung

• Rekultivierungsvorhaben

 

 

TÄTER-OPFER-AUSGLEICH

Beim Täter-Opfer-Ausgleich erhalten Opfer und Täter Gelegenheit, ihren Konflikt unter Mitwirkung des Mediators außergerichtlich zu regeln und sich über eine Wiedergutmachung zu verständigen.

Zum Täter-Opfer-Ausgleichs gehören

  • Schadenswiedergutmachung
  • Konfliktausgleich
  • im günstigsten Fall auch die dauerhafte Versöhnung zwischen den Beteiligten.

Die unmittelbare Gegenüberstellung im Gespräch hilft den Beteiligten, die Straftat aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen und die emotionale Seite des Konflikts aufzuarbeiten. Der Täter soll darüber hinaus für die beim Opfer hervorgerufenen Folgen seiner Straftat sensibilisiert werden und so von der Begehung weiterer Straftaten abgehalten werden.

 

 

(Quelle: Wikipedia & Centrale für Mediation)

 

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